{"id":2094,"date":"2025-08-19T11:08:56","date_gmt":"2025-08-19T09:08:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/?p=2094"},"modified":"2025-08-19T11:23:22","modified_gmt":"2025-08-19T09:23:22","slug":"ist-kaspersky-noch-sicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/ist-kaspersky-noch-sicher\/","title":{"rendered":"Ist Kaspersky noch sicher? Eine Analyse 2025"},"content":{"rendered":"\n<p>Kaspersky Lab ist ein bekannter Anbieter von Antiviren- und Sicherheitssoftware aus Russland. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 steht das Unternehmen politisch unter Druck. Viele fragen sich, ob Kaspersky-Produkte heute (2025) noch sicher und vertrauensw\u00fcrdig sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden betrachten wir <strong>faktenorientiert<\/strong> die technischen Aspekte der Kaspersky-Software sowie die <strong>politischen Entwicklungen seit 2022<\/strong>, um diese Frage zu beantworten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_62 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-grey ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title \" >Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/ist-kaspersky-noch-sicher\/#Sicherheitsbedenken_und_politische_Aspekte_seit_2022\" title=\"Sicherheitsbedenken und politische Aspekte seit 2022\">Sicherheitsbedenken und politische Aspekte seit 2022<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/ist-kaspersky-noch-sicher\/#Technische_Bewertung_der_Kaspersky-Antivirensoftware\" title=\"Technische Bewertung der Kaspersky-Antivirensoftware\">Technische Bewertung der Kaspersky-Antivirensoftware<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/ist-kaspersky-noch-sicher\/#Kasperskys_Reaktion_und_Transparenz-Initiative\" title=\"Kasperskys Reaktion und Transparenz-Initiative\">Kasperskys Reaktion und Transparenz-Initiative<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/ist-kaspersky-noch-sicher\/#Aktuelle_Lage_2025\" title=\"Aktuelle Lage 2025\">Aktuelle Lage 2025<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/ist-kaspersky-noch-sicher\/#Fazit\" title=\"Fazit\">Fazit<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Sicherheitsbedenken_und_politische_Aspekte_seit_2022\"><\/span>Sicherheitsbedenken und politische Aspekte seit 2022<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Bereits 2017 geriet Kaspersky in die Kritik, als US-Beh\u00f6rden die Software von Regierungssystemen verbannten. Als Grund wurden m\u00f6gliche Verbindungen zu russischen Geheimdiensten genannt. Diese Sorgen intensivierten sich 2022 durch den Ukraine-Krieg. Am 15. M\u00e4rz 2022 warnte das deutsche Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) offiziell vor dem Einsatz von Kaspersky-Antivirus und empfahl, auf alternative Produkte umzusteigen. Ohne konkreten technischen Missbrauchsnachweis wies das BSI auf ein generelles Risiko hin: Antivirus-Programme haben tiefgehende Systemrechte und k\u00f6nnten - falls der Hersteller unter Druck ger\u00e4t - f\u00fcr Angriffe oder Spionage missbraucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders formuliert: Ein russischer Hersteller k\u00f6nnte gezwungen werden, \u00fcber Updates Schadsoftware einzuschleusen oder Daten auszuleiten. Diese M\u00f6glichkeit f\u00fchrt zu Zweifeln an der Zuverl\u00e4ssigkeit selbst einer bislang technisch einwandfreien Software.<\/p>\n\n\n\n<p>International haben viele L\u00e4nder reagiert. Beispiele daf\u00fcr sind: Italien untersagte 2022 den Einsatz von Kaspersky und anderer russischer Sicherheitssoftware in Beh\u00f6rden, und <strong>Rom\u00e4nien<\/strong> verbot Ende 2022 sogar Kaspersky-Produkte in Bereichen mit kritischen oder vertraulichen Informationen. <strong>Kanada<\/strong> zog 2023 nach und verbannte Kaspersky auf Mobilger\u00e4ten der Regierung. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>USA<\/strong> stufen Kaspersky seit 2022 als nationales Sicherheitsrisiko ein. 2024 erlie\u00df das US-Handelsministerium schlie\u00dflich ein umfassendes Verbot: Neue Verk\u00e4ufe von Kaspersky-Software an US-Kunden wurden untersagt und auch Sicherheits-Updates f\u00fcr bestehende US-Nutzer mussten bis Ende September 2024 eingestellt werden. Damit wurde Kaspersky faktisch vom US-Markt ausgeschlossen. <strong>Australien<\/strong> wiederum verf\u00fcgte Anfang 2025, dass alle Beh\u00f6rden Kaspersky-Produkte von ihren Systemen entfernen m\u00fcssen - ebenfalls mit Verweis auf untragbare Sicherheitsrisiken und m\u00f6gliche ausl\u00e4ndische Einflussnahme.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wichtige Ereignisse im \u00dcberblick:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><table><thead><tr><th><strong>Jahr<\/strong><\/th><th><strong>Ereignis und Ma\u00dfnahmen<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>2017<\/strong><\/td><td><strong>USA:<\/strong> Verbot von Kaspersky-Software auf Bundesbeh\u00f6rden-Computern (erste Vorw\u00fcrfe enger Verbindungen zu russischen Beh\u00f6rden).<\/td><\/tr><tr><td><strong>2018<\/strong><\/td><td><strong>Niederlande:<\/strong> Entscheidung, Kaspersky in Regierungsnetzwerken aus Vorsicht auszufasen. Kaspersky startet globale <strong>Transparenz-Initiative<\/strong> (Verlegung von Servern ins Ausland, Code-Pr\u00fcfzentren).<\/td><\/tr><tr><td><strong>2022<\/strong><\/td><td><strong>Deutschland:<\/strong> BSI-Warnung vor Kaspersky Antivirus (M\u00e4rz 2022). <strong>EU-Parlament:<\/strong> Resolution mit Forderung nach Verbot in EU-Institutionen. <strong>Italien\/Rum\u00e4nien:<\/strong> Entfernung russischer Sicherheitssoftware aus dem \u00f6ffentlichen Sektor. <strong>FCC USA:<\/strong> Listet Kaspersky als Sicherheitsbedrohung (Mai 2022).<\/td><\/tr><tr><td><strong>2023<\/strong><\/td><td><strong>Kanada:<\/strong> Bannt Kaspersky auf Regierungs-Handys (Okt. 2023). <strong>EU-Mitgliedsstaaten:<\/strong> weitere Warnungen und Diskussionen \u00fcber Verbot in kritischer Infrastruktur.<\/td><\/tr><tr><td><strong>2024<\/strong><\/td><td><strong>USA:<\/strong> Vollst\u00e4ndiges Vertriebs- und Update-Verbot f\u00fcr Kaspersky-Produkte (g\u00fcltig ab Sept. 2024). Kaspersky schlie\u00dft daraufhin seine US-Niederlassung.<\/td><\/tr><tr><td><strong>2025<\/strong><\/td><td><strong>Australien:<\/strong> Verbot von Kaspersky in Beh\u00f6rden (Frist zur Entfernung bis April 2025). <strong>Deutschland:<\/strong> BSI-Warnung weiterhin in Kraft (keine Entwarnung oder \u00c4nderung der Risikoeinsch\u00e4tzung).<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Technische_Bewertung_der_Kaspersky-Antivirensoftware\"><\/span>Technische Bewertung der Kaspersky-Antivirensoftware<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Aus technischer Sicht gelten die Antivirus-L\u00f6sungen von Kaspersky nach wie vor als sehr leistungsf\u00e4hig bei der Erkennung von Malware. Unabh\u00e4ngige Testlabore bescheinigen den Produkten regelm\u00e4\u00dfig Top-Ergebnisse. So wurde Kaspersky bei AV-Comparatives zum \u201eProduct of the Year 2023\u201d gek\u00fcrt, da im Laufe des Jahres in allen Tests die h\u00f6chsten Schutzwerte erzielt wurden. Auch bei AV-TEST erh\u00e4lt Kaspersky seit Jahren Bestnoten in den Kategorien Schutzwirkung, Performance und Benutzbarkeit. Die Software bietet einen breiten Funktionsumfang - von Echtzeitschutz bis hin zum Passwort-Manager - und schneidet in objektiven Tests auf Augenh\u00f6he mit anderen f\u00fchrenden Antivirus-Herstellern ab. Einige wie z. B. die <a href=\"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/stiftung-warentest-antivirenprogramme-im-test\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2079\">Stiftung Warentest<\/a> testen Kaspersky-Produkte nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen technischer Sicherheit und Vertrauensw\u00fcrdigkeit. Bis heute ist kein Fall bekannt geworden, in dem Kaspersky-Produkte absichtlich f\u00fcr Cyber-Spionage oder Sabotage missbraucht wurden. Es gab auch keine \u00f6ffentlichen Enth\u00fcllungen \u00fcber Backdoors o. \u00c4. Direkte Verbindungen von Kaspersky zur russischen Regierung sind nicht bewiesen. Rein technisch betrachtet gibt es also <strong>keinen Beleg<\/strong> daf\u00fcr, dass Kaspersky unsicherer w\u00e4re als andere Antivirus-Software.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von den Beh\u00f6rden betonten Risiken resultieren vielmehr aus hypothetischen Szenarien. Antivirus-Programme besitzen weitreichende Zugriffsrechte auf jedes System. Wenn ein Staat Zugriff auf den Hersteller erzwingt, k\u00f6nnte er diese Rechte missbrauchen, um beispielsweise vertrauliche Daten auszulesen oder Schadcode \u00fcber Updates zu verteilen. Genau diese Sorge liegt den Warnungen zugrunde. Die US-Regierung argumentierte im Jahr 2024 explizit, dass die tiefgehenden Systemzugriffe von Kaspersky ein gro\u00dfes Missbrauchspotenzial b\u00f6ten, beispielsweise f\u00fcr den Diebstahl sensibler Informationen oder das Einschleusen von Malware, falls der Kreml Einfluss auf das Unternehmen nimmt. \u00c4hnlich argumentiert auch Australien mit Blick auf ausl\u00e4ndische Einflussnahme, Spionage und Sabotage. Kurz gesagt liegt die Gefahr nicht in bekannten Sicherheitsl\u00fccken, sondern im Vertrauensproblem - dem Worst-Case-Szenario einer staatlichen Instrumentalisierung des Herstellers.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus entsteht ein praktisches Sicherheitsproblem, da Kaspersky aufgrund von Verboten keine Updates mehr liefern darf. Antivirus-Programme ben\u00f6tigen regelm\u00e4\u00dfige Datenbank- und Software-Updates, um neue Bedrohungen erkennen zu k\u00f6nnen. Wenn diese Updates - wie etwa in den USA seit Ende 2024 - ausbleiben, sinkt mit der Zeit die Schutzwirkung. Systeme mit veralteter Virensoftware werden anf\u00e4llig f\u00fcr neu auftretende Malware. Dieses Problem betrifft zwar momentan vor allem Nutzer in L\u00e4ndern mit aktiven Verboten, es unterstreicht aber die Zwickm\u00fchle: Einerseits gibt es kein konkretes Fehlverhalten von Kaspersky, andererseits k\u00f6nnen politische Ma\u00dfnahmen dazu f\u00fchren, dass die Nutzung des Programms indirekt unsicher wird, da Updates wegfallen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zusammengefasst<\/strong> lassen sich die Kernrisiken so auflisten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Systemtiefe der Software:<\/strong> Kaspersky Antivirus hat - wie jede AV-Software - umfassenden Zugriff auf Dateien und Systemprozesse. Im Missbrauchsfall w\u00e4ren die Auswirkungen entsprechend gravierend.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>M\u00f6gliche staatliche Einflussnahme:<\/strong> Westliche Sicherheitsbeh\u00f6rden bef\u00fcrchten, dass russische Stellen Kaspersky zwingen k\u00f6nnten, seine Updates oder Infrastruktur f\u00fcr Cyberangriffe zu nutzen. Dieses Szenario beruht auf Russlands Gesetzen und fr\u00fcheren Cyberaktivit\u00e4ten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fehlende Updates durch Verbote:<\/strong> In einigen Regionen (z.B. USA) erhalten Kaspersky-Nutzer keine Updates mehr, was zu wachsenden Sicherheitsl\u00fccken f\u00fchrt. Auch in Deutschland w\u00fcrde im Ernstfall eine <strong>BSI-Warnung<\/strong> bedeuten, dass man sich bewusst \u00fcber ein empfohlenes Sicherheitsniveau hinwegsetzt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Reputation und Vertrauensverlust:<\/strong> Selbst ohne greifbare Beweise hat die anhaltende politische Kritik das Vertrauen vieler Nutzer beeintr\u00e4chtigt. Einige Unternehmen scheuen das Haftungsrisiko, wenn sie trotz offizieller Warnungen bei Kaspersky bleiben - was ebenfalls zum Wechsel auf andere Produkte motiviert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Kasperskys_Reaktion_und_Transparenz-Initiative\"><\/span>Kasperskys Reaktion und Transparenz-Initiative<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Kaspersky Lab weist die Vorw\u00fcrfe der Unsicherheit konsequent zur\u00fcck und betont seine <strong>Unabh\u00e4ngigkeit<\/strong>. Das Unternehmen stellt sich als privatwirtschaftlich gef\u00fchrter Konzern dar, <em>ohne<\/em> Verbindungen zu irgendeiner Regierung. Der CEO Eugene Kaspersky wie auch offizielle Stellungnahmen des Unternehmens haben seit 2022 mehrfach betont, dass die Entscheidungen gegen Kaspersky <strong>politisch motiviert<\/strong> und nicht durch eine technische \u00dcberpr\u00fcfung untermauert seien. Kaspersky kritisiert, es g\u00e4be keine konkreten Beweise f\u00fcr die Anschuldigungen, und warnt, dass ein Verzicht auf seine Schutzsoftware letztlich die allgemeine Cybersicherheit schw\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Um verloren gegangenes Vertrauen zur\u00fcckzugewinnen, hat Kaspersky schon <strong>seit 2018<\/strong> umfangreiche <strong>Transparenz-Ma\u00dfnahmen<\/strong> ergriffen. Dazu z\u00e4hlen unter anderem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Datenverarbeitung au\u00dferhalb Russlands:<\/strong> Kaspersky verlagerte zentrale Server und Systeme in die Schweiz. Beispielsweise werden Dateien, die von Nutzern in Europa zur Analyse hochgeladen werden, in Z\u00fcricher Rechenzentren gespeichert und verarbeitet. Dadurch unterliegen diese Daten nicht russischem Recht, sondern strengeren europ\u00e4ischen Datenschutzstandards.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Transparenzzentren:<\/strong> Das Unternehmen er\u00f6ffnete weltweit sogenannte <em>Transparency Centers<\/em> (u.a. in der Schweiz, in Madrid und in Asien). Dort k\u00f6nnen autorisierte Stellen den Quellcode der Kaspersky-Software einsehen und \u00fcberpr\u00fcfen sowie die Aktualisierungsprozesse nachvollziehen. Ziel ist es, unabh\u00e4ngig best\u00e4tigen zu lassen, dass keine Hintert\u00fcren oder versteckten Funktionen existieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Externe Audits und Zertifizierungen:<\/strong> Kaspersky lie\u00df seine Entwicklungs- und Datenprozesse von Dritten pr\u00fcfen. So attestierte ein SOC 2 Audit durch eine Big-Four-Wirtschaftspr\u00fcfung der Firma 2022 den sicheren Umgang mit Kundendaten, und die Produkte wurden nach ISO 27001 zertifiziert. Solche Pr\u00fcfungen sollen die Integrit\u00e4t der Sicherheitsprozesse belegen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bug-Bounty-Programme und Offenlegung:<\/strong> Kaspersky nimmt wie andere Hersteller an Programmen teil, bei denen Sicherheitsforscher Belohnungen f\u00fcr gefundene Schwachstellen erhalten. Gefundene Sicherheitsl\u00fccken werden transparent gemacht und z\u00fcgig behoben, was generell f\u00fcr eine verantwortungsvolle Sicherheitskultur spricht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Schritte setzen in der Branche Ma\u00dfst\u00e4be in Sachen <strong>Transparenz<\/strong>. Selbst Kritiker gestehen zu, dass Kaspersky technisch hervorragende Schutzsoftware entwickelt und sich um Offenheit bem\u00fcht. Allerdings bleibt ein <strong>Restzweifel<\/strong>: Die wichtigsten Frage ist weniger, was die Firma <em>will<\/em>, sondern was im Ernstfall ein autorit\u00e4rer Staat <em>erzwingen<\/em> k\u00f6nnte. Hierauf kann auch Kaspersky keine endg\u00fcltige Antwort liefern - au\u00dfer dem Verweis, dass bislang kein solcher Fall vorgekommen ist und man weiterhin alles tue, um das Vertrauen der Kunden zu behalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Aktuelle_Lage_2025\"><\/span>Aktuelle Lage 2025<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Ist Kaspersky nun \u201esicher\u201c oder nicht?<\/strong> Die Antwort f\u00e4llt <strong>differenziert<\/strong> aus. Rein technisch gesehen bieten Kaspersky-Produkte 2025 einen exzellenten Schutz gegen Viren, Trojaner und andere Malware. Unabh\u00e4ngige Tests und Auszeichnungen best\u00e4tigen die hohe Wirksamkeit und Qualit\u00e4t der Software. Es sind keine F\u00e4lle bekannt, in denen Kaspersky seine Nutzer aktiv gesch\u00e4digt oder mit einer Hintert\u00fcr kompromittiert h\u00e4tte. In diesem Sinne kann man die Software selbst als sicher einstufen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trotzdem raten viele Experten und Beh\u00f6rden aktuell von der Nutzung ab.<\/strong> Der Grund ist das Vertrauensrisiko im Zuge der geopolitischen Lage. Solange Russland Krieg gegen die Ukraine f\u00fchrt und insgesamt ein konfrontatives Verh\u00e4ltnis zum Westen besteht, werden russische IT-Produkte mit Argwohn betrachtet. Im Falle Kaspersky bedeutet dies: Zahlreiche Regierungen haben aus Vorsicht und zum Schutz nationaler Interessen entschieden, Kaspersky auszuschlie\u00dfen. F\u00fcr Nutzer in Deutschland bleibt die BSI-Warnung ein wichtiger Anhaltspunkt - sie besagt, dass es aus Sicht der obersten Cyber-Sicherheitsbeh\u00f6rde bessere Alternativen gibt, deren Hersteller nicht \u00e4hnlichen Druckrisiken ausgesetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer praktischer Punkt: <strong>Support und Updates<\/strong>. In einigen M\u00e4rkten (wie den USA) sind Kaspersky-L\u00f6sungen abgekoppelt, was die Nutzung dort faktisch unsicher macht. In Europa sind Updates weiterhin verf\u00fcgbar, doch die Situation kann sich abh\u00e4ngig von politischen Entscheidungen \u00e4ndern. Unternehmen mit hohem Schutzbedarf (z.B. kritische Infrastrukturen) meiden Kaspersky mittlerweile oft, weil sie das Restrisiko einer m\u00f6glichen Kompromittierung - so gering es auch sein mag - nicht tragen wollen. Sie orientieren sich verst\u00e4rkt an westlichen oder zumindest nicht-russischen Sicherheitsl\u00f6sungen, auch um regulatorische Unw\u00e4gbarkeiten zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Fazit\"><\/span><strong>Fazit<\/strong><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei Antivirensoftware hat \u201eSicherheit\u201d eine technische und eine vertrauensbezogene Komponente. Aus technischer Sicht ist Kaspersky 2025 weiterhin ein Spitzenprodukt der IT-Sicherheit. Aus politischen und strategischen \u00dcberlegungen bleibt jedoch die Frage, ob man einem russischen Anbieter in der aktuellen Lage voll vertrauen kann, offen. Zwar sind keine konkreten Schadensf\u00e4lle durch Kaspersky dokumentiert, die hypothetischen Risiken haben jedoch zu realen Konsequenzen (Warnungen, Verbote) gef\u00fchrt. Jeder Nutzer und jede Organisation muss diese Lage selbst bewerten. In einer von Misstrauen gepr\u00e4gten Umgebung entscheiden sich viele vorsichtshalber gegen Kaspersky - nicht, weil die Software unsicher ist, sondern weil nicht garantiert werden kann, dass sie nicht zur Zielscheibe geopolitischer Konflikte wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurzum: Kaspersky ist <strong>technisch sicher<\/strong>, da es effektiv vor Malware sch\u00fctzt und keine bekannten Hintert\u00fcren aufweist. <strong>\u201eSicher\u201d im umfassenden Sinne<\/strong> ist es jedoch nur, wenn dem Unternehmen unter den gegebenen Umst\u00e4nden vertraut wird. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass ma\u00dfgebliche Stellen dieses Vertrauen nicht mehr aufbringen k\u00f6nnen und Risiken sehen, die \u00fcber rein technische Qualit\u00e4tsparameter hinausgehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, folgt daher den offiziellen Empfehlungen und zieht in Erw\u00e4gung, auf alternative Sicherheitssoftware umzusteigen - zumindest solange die geopolitische Spannung anh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaspersky Lab ist ein bekannter Anbieter von Antiviren- und Sicherheitssoftware aus Russland. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 steht das Unternehmen politisch unter Druck. Viele fragen sich, ob Kaspersky-Produkte heute (2025) noch sicher und vertrauensw\u00fcrdig sind. 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