{"id":2521,"date":"2026-10-21T21:48:43","date_gmt":"2026-10-21T19:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/?p=2521"},"modified":"2026-10-23T09:59:05","modified_gmt":"2026-10-23T07:59:05","slug":"booking-com-eu-untersucht-fake-angebote-und-phishing-betrug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/booking-com-eu-untersucht-fake-angebote-und-phishing-betrug\/","title":{"rendered":"Booking.com: EU untersucht Fake-Angebote und Phishing-Betrug"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission hat <a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/news\/commission-investigate-how-bookingcom-combats-scams-and-fraud-under-digital-services-act\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein offizielles Ermittlungsverfahren<\/a> gegen die Buchungsplattform Booking.com eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen gef\u00e4lschte Unterkunftsangebote, Phishing-Angriffe und m\u00f6glicherweise unzureichende Sicherheitsma\u00dfnahmen zum Schutz von Kundendaten. Dar\u00fcber hinaus untersucht die EU, ob bezahlte Platzierungen in den Suchergebnissen ausreichend als Werbung gekennzeichnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grundlage des Verfahrens ist der <strong>europ\u00e4ische Digital Services Act (DSA)<\/strong>. Dieser verpflichtet gro\u00dfe Online-Plattformen, systematische Risiken f\u00fcr ihre Nutzer zu erkennen und wirksam zu bek\u00e4mpfen. Die Kommission vermutet, dass Booking.com diesen Verpflichtungen m\u00f6glicherweise nicht ausreichend nachgekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drei Bereiche stehen im Mittelpunkt der Ermittlungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Kommission untersucht insbesondere drei m\u00f6gliche Problemfelder:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gef\u00e4lschte und illegale Unterkunftsangebote:<\/strong> Auf Booking.com k\u00f6nnen Betr\u00fcger Unterk\u00fcnfte anbieten, die entweder nicht existieren oder ihnen nicht geh\u00f6ren. Die EU pr\u00fcft derzeit, ob Booking.com solche Angebote ausreichend erkennt und entfernt sowie wirksam gegen Betrugsversuche vorgeht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Phishing und Missbrauch von Buchungsdaten:<\/strong> Kriminelle geben sich als Hotelmitarbeiter aus und fordern G\u00e4ste auf, ihre Zahlungsdaten erneut einzugeben oder angeblich offene Betr\u00e4ge \u00fcber externe Webseiten zu begleichen. Besonders problematisch ist, dass solche Nachrichten teilweise \u00fcber das interne Nachrichtensystem verschickt werden und echte Buchungsinformationen enthalten. Die EU untersucht deshalb, ob Booking.com Kundendaten und Kommunikationskan\u00e4le ausreichend sch\u00fctzt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Unzureichende Kennzeichnung bezahlter Suchergebnisse:<\/strong> Unterk\u00fcnfte k\u00f6nnen durch h\u00f6here Provisionen eine bessere Platzierung in den Suchergebnissen erhalten. Die EU pr\u00fcft derzeit, ob diese bezahlten Platzierungen f\u00fcr Nutzer ausreichend erkennbar sind und ob transparent dargestellt wird, wer die Werbung finanziert und warum sie angezeigt wird.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Booking.com drohen hohe Geldstrafen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits im April 2023 stufte die EU-Kommission Booking.com als besonders gro\u00dfe Online-Plattform im Sinne des Digital Services Act ein. Damit unterliegt das Unternehmen strengeren Vorgaben f\u00fcr die Bewertung und Begrenzung systemischer Risiken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fokus der laufenden Ermittlungen stehen die Artikel 34 und 35 des DSA zur Risikobewertung und -minimierung sowie Artikel 26 Absatz 1 zur Werbetransparenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei nachgewiesenen Verst\u00f6\u00dfen drohen Geldbu\u00dfen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bislang wurde jedoch noch keine Strafe verh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im weiteren Verfahren kann die Kommission zus\u00e4tzliche Informationen anfordern, Befragungen durchf\u00fchren und Inspektionen vornehmen. Zudem kann die Kommission vorl\u00e4ufige Ma\u00dfnahmen anordnen oder verbindliche Zusagen von Booking.com einfordern. Eine gesetzlich festgelegte Frist f\u00fcr den Abschluss des Verfahrens existiert nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Booking.com k\u00fcndigt Zusammenarbeit mit der EU an<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/media-telecom\/bookingcom-targeted-eu-investigation-into-phishing-scams-fraudulent-listings-2026-10-21\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/media-telecom\/bookingcom-targeted-eu-investigation-into-phishing-scams-fraudulent-listings-2026-10-21\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gegen\u00fcber Reuters<\/a> erkl\u00e4rte Booking.com, konstruktiv mit der Europ\u00e4ischen Kommission zusammenzuarbeiten. Sicherheit, Vertrauen und der Schutz pers\u00f6nlicher Informationen h\u00e4tten f\u00fcr das Unternehmen hohe Priorit\u00e4t. Die Plattform wolle auch weiterhin gemeinsam mit Beh\u00f6rden, Strafverfolgern und Branchenpartnern gegen Cyberkriminalit\u00e4t und Online-Betrug vorgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem offiziellen Verfahren gingen bereits umfangreiche Vorpr\u00fcfungen voraus. So analysierte die EU-Kommission unter anderem die Risikoberichte von Booking.com aus den Jahren 2023 bis 2026 sowie die Antworten des Unternehmens auf Auskunftsersuchen vom 23. September 2025 und 26. Mai 2026.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sollten Booking.com-Nutzer beachten?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum Abschluss der Ermittlungen sollten Nutzer bei der Buchung von Unterk\u00fcnften besondere Vorsicht walten lassen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn vermeintliche Hotelmitarbeiter nach einer bereits best\u00e4tigten Reservierung eine erneute Zahlung oder die Eingabe von Kreditkartendaten verlangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede Zahlungsaufforderung, die per externem Link eingeht, ist sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen, selbst wenn die Nachricht konkrete Buchungsdaten enth\u00e4lt oder \u00fcber das Nachrichtensystem von Booking.com verschickt wurde. Im Zweifel sollten Reisende die Unterkunft \u00fcber unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfte Kontaktdaten kontaktieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob Booking.com tats\u00e4chlich gegen den Digital Services Act versto\u00dfen hat, ist noch unklar. Die blo\u00dfe Einleitung des Verfahrens bedeutet noch keinen festgestellten Rechtsversto\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen die Buchungsplattform Booking.com eingeleitet. 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