{"id":2569,"date":"2026-10-23T14:47:58","date_gmt":"2026-10-23T12:47:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/?p=2569"},"modified":"2026-10-23T14:57:34","modified_gmt":"2026-10-23T12:57:34","slug":"chrome-schluss-mit-unsicheren-http-verbindungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rh-itsec.de\/blog\/chrome-schluss-mit-unsicheren-http-verbindungen\/","title":{"rendered":"Chrome: Schluss mit unsicheren HTTP-Verbindungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Google hat eine gro\u00dfe \u00c4nderung im Umgang mit unverschl\u00fcsselten Websites umgesetzt. Ab sofort warnt Chrome standardm\u00e4\u00dfig, bevor eine unsichere HTTP-Verbindung aufgebaut wird. Die Funktion \u201eImmer verschl\u00fcsselte Verbindungen verwenden\u201d ist nun f\u00fcr alle Nutzer standardm\u00e4\u00dfig aktiviert. I<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Chrome zieht mit dieser \u00c4nderung die Konsequenz aus einer jahrelangen Entwicklung: HTTPS ist weitgehend Standard, und die verbleibenden HTTP-Verbindungen stellen ein unn\u00f6tiges Risiko dar. Die neue aktive Nachfrage vor dem Verbindungsaufbau schlie\u00dft die L\u00fccke, die das passive \u201eNicht sicher\u201c-Label offenlie\u00df. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was genau \u00e4ndert sich?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bisher zeigte Chrome in der Adressleiste lediglich das passive \u201eNicht sicher\u201c-Label an, nachdem die HTTP-Verbindung bereits hergestellt war. Das reichte als Schutz jedoch nicht aus, denn: Die Warnung wurde oft \u00fcbersehen, erschien bei kurzlebigen Weiterleitungen gar nicht und kam grunds\u00e4tzlich zu sp\u00e4t, um die Datenexposition noch zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der neuen Standardeinstellung geht Chrome einen Schritt weiter: Beim Aufruf einer \u00f6ffentlichen Website versucht der Browser zun\u00e4chst automatisch, eine sichere HTTPS-Verbindung herzustellen. Schl\u00e4gt dies fehl und es m\u00fcsste HTTP verwendet werden, h\u00e4lt Chrome die Verbindung an und fragt dich um Erlaubnis, bevor Daten \u00fcbertragen werden. Du entscheidest also aktiv, ob du die unsichere Verbindung zulassen m\u00f6chtest.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die wichtigsten Details im \u00dcberblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nur der erste Besuch z\u00e4hlt &#8211; mit Zwei-Wochen-Ged\u00e4chtnis<\/strong><br>Chrome fragt nicht bei jedem Seitenaufruf erneut nach. Hast du eine HTTP-Seite einmal erlaubt, merkt sich der Browser deine Entscheidung. Die n\u00e4chste Warnung erscheint erst, wenn du die Website mindestens zwei Wochen lang nicht besucht hast. Regelm\u00e4\u00dfig genutzte HTTP-Seiten l\u00f6sen daher im Alltag kaum noch Unterbrechungen aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ausnahmen f\u00fcr lokale Ger\u00e4te und Intranet<\/strong><br>Standardm\u00e4\u00dfig gilt die Warnung nicht f\u00fcr Adressen, die kein \u00f6ffentlich vertrauensw\u00fcrdiges HTTPS-Zertifikat erhalten k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren: &#8211; lokale IP-Adressen wie 192.168.0.1 (typisch f\u00fcr Router-Konfigurationen) und einfache Hostnamen ohne Punkt wie intranet oder localhost.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hintergrund: F\u00fcr private Netzwerkadressen sind \u00f6ffentliche Zertifikate technisch nicht sinnvoll. Zudem gilt das Risiko als geringer, da ein Angreifer bereits Zugriff auf dein lokales Netzwerk br\u00e4uchte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>HTTPS hat l\u00e4ngst die Mehrheit erreicht &#8211; Warnmeldungen bleiben selten.<br><\/strong>Die Umstellung ist m\u00f6glich, da HTTPS heute der Normalfall ist. Google gibt an, dass etwa 95 % der Desktop-Nutzer innerhalb einer Woche keine einzige HTTP-Warnung sehen. Nur weniger als ein Prozent der Nutzer bekommen drei oder mehr Warnungen. Auf Mobilger\u00e4ten liegt diese Rate sogar noch niedriger. Da die meisten Websites bereits \u00fcber HTTPS laufen, taucht die neue H\u00fcrde nur bei den verbleibenden, unsicheren Seiten auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So kannst du die Funktion deaktivieren oder anpassen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn du die Warnung nicht sehen m\u00f6chtest oder sie f\u00fcr bestimmte lokale Anwendungen nicht ben\u00f6tigst, kannst du sie abschalten. Rufe dazu entweder die Adresse \u201echrome:\/\/settings\/security\u201c auf oder gehe zu \u201eEinstellungen\u201c \u2192 \u201eDatenschutz und Sicherheit\u201c \u2192 \u201eSicherheit\u201c \u2192 \u201eSichere Verbindungen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort kannst du die Option \u201eImmer verschl\u00fcsselte Verbindungen verwenden\u201c deaktivieren oder eine der beiden Stufen ausw\u00e4hlen: \u201eNur \u00f6ffentliche Websites\u201c oder \u201eAuch private Websites\u201c. F\u00fcr Unternehmen gibt es zudem administrative Richtlinien, mit denen sich der HTTPS-Modus zentral steuern und bestimmte HTTP-Seiten freigeben lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Google hat eine gro\u00dfe \u00c4nderung im Umgang mit unverschl\u00fcsselten Websites umgesetzt. Ab sofort warnt Chrome standardm\u00e4\u00dfig, bevor eine unsichere HTTP-Verbindung aufgebaut wird. 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