OpenAI: ChatGPT-Chats lassen sich jetzt mit einer PIN schützen

OpenAI: ChatGPT-Chats lassen sich jetzt mit einer PIN schützen

OpenAI hat für ChatGPT eine neue Funktion vorgestellt. Mit den sogenannten „Locked Chats“ lässt sich jede Unterhaltung per vierstelliger PIN sperren. „Locked Chats” verhindern so, dass unbefugte Personen vertrauliche Gespräche einsehen, etwa wenn Nutzer ihren Computer teilen oder ein Dritter Zugriff auf das ChatGPT-Konto erhält.

Die neue Funktion wurde am 20. Oktober 2026 vorgestellt und wird derzeit schrittweise für alle ChatGPT-Tarife freigeschaltet. Auch Nutzer der kostenlosen Version können ihre Unterhaltungen künftig mit einer PIN schützen.

Wie funktionieren „Locked Chats“ in ChatGPT?

Bisher ließ sich ein Chat lediglich archivieren, wodurch er zwar aus dem normalen Verlauf verschwand, aber weiterhin für jeden zugänglich blieb. Einen wirklichen Zugriffsschutz bot diese Funktion jedoch nicht. Archivierte Chats ließen sich ohne zusätzliche Authentifizierung öffnen.

Mit der neuen Funktion „Locked Chats” ändert sich das. Sobald eine Unterhaltung gesperrt wird, verschiebt ChatGPT sie in den separaten Bereich „Projekte > Gesperrte Chats”.

Damit verschwinden die geschützten Gespräche aus dem normalen Chatverlauf, den angehefteten Unterhaltungen und den Suchergebnissen. Um einen gesperrten Chat zu öffnen, muss zunächst die vierstellige PIN eingegeben werden. Auf unterstützten Smartphones ist auch eine Entsperrung über Face ID, Touch ID oder die Android-Gerätesperre möglich.

Selbstverständlich bleiben die Unterhaltungen erhalten und können nach der Entsperrung wie gewohnt fortgesetzt werden.

ChatGPT Pin

Anleitung: So schützt du einen ChatGPT-Chat mit einer PIN

Eine bestehende Unterhaltung lässt sich mit wenigen Klicks sperren:

  1. Öffne ChatGPT und suche die Unterhaltung, die du schützen möchtest.
  2. Klicke auf das Drei-Punkte-Menü (•••) neben dem Chat.
  3. Wähle „Chat sperren“ aus und bestätige die Auswahl.
  4. Wenn du die Funktion zum ersten Mal nutzt, musst du eine vierstellige PIN festlegen.
  5. ChatGPT verschiebt die Unterhaltung anschließend automatisch in den geschützten Bereich.

Die PIN gilt für dein gesamtes OpenAI-Konto und kann auf allen unterstützten Geräten verwendet werden. Im geschützten Bereich kannst du auch direkt neue Unterhaltungen beginnen, die dann ebenfalls durch die PIN abgesichert sind.

Damit gesperrte Chats nicht versehentlich offen bleiben, wird der Zugriff nach einer festgelegten Zeit automatisch gesperrt. Auf Smartphones greift diese Sperre bereits nach einer Minute Inaktivität im geschützten Bereich oder sobald die App in den Hintergrund wechselt.

Wer nicht so lange warten möchte, kann den Schutz sofort wieder aktivieren, indem er die Option „Jetzt sperren” auswählt.

chatgpt lock chat

PIN vergessen: Was passiert mit den gesperrten Chats?

Bei der neuen Funktion gibt es einen wichtigen Punkt, den du unbedingt beachten solltest: Wenn du deine PIN vergisst und zurücksetzt, werden alle gesperrten Unterhaltungen dauerhaft gelöscht.

Dies betrifft auch Dateien und Informationen, die ausschließlich in diesen Chats gespeichert sind. Eine Wiederherstellung ist anschließend nicht mehr möglich. Auch der OpenAI-Support kann die gelöschten Inhalte nicht wiederherstellen.

Solange du deine bisherige PIN noch kennst, kannst du sie jederzeit unter Einstellungen > Sicherheit und Anmeldung > Konto-PIN ändern, ohne dass dabei Gespräche verloren gehen.

Wie sicher sind gesperrte ChatGPT-Unterhaltungen?

Die neue Funktion bietet zusätzlichen Schutz für private Unterhaltungen und ist besonders praktisch, wenn mehrere Personen denselben Computer nutzen und du nicht möchtest, dass andere deine ChatGPT-Gespräche lesen können.

Allerdings sollte man den PIN-Schutz nicht mit einer vollständigen Verschlüsselung verwechseln. „Locked Chats” bietet keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Unterhaltungen werden auch nicht in einem separaten, verschlüsselten Bereich gespeichert.

Auch an den bisherigen Datenschutzbestimmungen ändert sich nichts. Gesperrte Chats unterliegen weiterhin den üblichen Speicherfristen von OpenAI. Auch die Einstellungen zur Verwendung von Unterhaltungen für das Training der KI-Modelle bleiben unverändert bestehen.

Eine Besonderheit betrifft die Erinnerungsfunktion von ChatGPT. Wenn die Funktion „Memory” aktiviert ist, kann sich ChatGPT Informationen aus gesperrten Unterhaltungen merken und sie innerhalb anderer gesperrter Chats verwenden. In normalen Unterhaltungen werden diese neuen Erinnerungen dagegen nicht automatisch berücksichtigt.

Wichtig: Informationen, die ChatGPT vor der Sperrung einer Unterhaltung gespeichert hat, bleiben im normalen Memory erhalten.

Außerdem lassen sich nicht alle Chats sperren. Die Funktion steht unter anderem für temporäre Unterhaltungen, archivierte Chats, Gruppenchats und Gespräche mit geplanten Aufgaben nicht zur Verfügung.

Bereits erstellte Freigabelinks bleiben ebenfalls gültig. Wenn du eine Unterhaltung zuvor über einen Link geteilt hast, können andere Personen weiterhin darüber darauf zugreifen. Solche Links musst du bei Bedarf separat löschen.

Verfügbarkeit: Wer kann die neue Funktion nutzen?

OpenAI stellt „Locked Chats” für alle ChatGPT-Tarife bereit. Dazu gehören:

  • ChatGPT Free, Go, Plus und Pro
  • ChatGPT Business
  • ChatGPT Enterprise und Edu

Die Funktion steht sowohl in der Webversion als auch in den ChatGPT-Apps für iOS und Android zur Verfügung. Auch die neuen Desktop-Anwendungen für Windows und macOS werden unterstützt.

Da OpenAI die Funktion schrittweise freischaltet, kann es sein, dass die Option „Locked Chats” bei dir noch nicht angezeigt wird.

Fazit: Mehr Privatsphäre für ChatGPT-Unterhaltungen

Mit „Locked Chats” führt OpenAI eine Funktion ein, die sich viele Nutzer bereits seit Längerem wünschen dürften. Wer ChatGPT regelmäßig für persönliche, berufliche oder finanzielle Themen nutzt, kann einzelne Gespräche künftig mit einer PIN schützen und sie aus dem normalen Chatverlauf ausblenden.

Der Schutz hat allerdings seine Grenzen. Es gibt keine zusätzliche Verschlüsselung und auch die Speicherung und Verarbeitung der Daten bleibt unverändert.

Trotzdem ist die Neuerung sinnvoll. Insbesondere, wenn mehrere Personen Zugriff auf ein Gerät haben, lassen sich damit vertrauliche Unterhaltungen deutlich besser vor neugierigen Blicken schützen.

Dieser Artikel ist auch in englischer Sprache verfügbar.

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026
Rene Hifinger
René Hifinger
René Hifinger ist IT-Sicherheitsexperte. Seine Schwerpunkte liegen in der Analyse von Sicherheitsprotokollen, der Grundlagenforschung im Bereich Verschlüsselungstechnologien und der Bekämpfung von Malware. René Hifinger ist Autor zahlreicher Fachartikel und Publikationen zu diesen Themen.

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