Electronic Arts baut sein Werbegeschäft deutlich aus. Mit EA Advertising startet der Publisher eine eigene Plattform, über die Marken künftig stärker in EA-Spiele integriert werden sollen.
Dabei geht es nicht nur um klassische Werbung am Bildschirmrand. EA möchte Marken vielmehr direkt in digitale Spielwelten integrieren, beispielsweise über Stadionbanden, Trikots, Challenges, Belohnungen, Broadcast-Overlays oder sogar eigene spielbare Inhalte.
Was ist EA Advertising?
EA Advertising ist eine neue Werbeplattform von Electronic Arts. Über sie sollen Marken Zugang zu den großen EA-Franchises bekommen. Im Fokus stehen insbesondere Sportspiele wie EA Sports FC, Madden NFL, EA Sports College Football und EA Sports NHL. Aber auch andere Spielwelten wie The Sims oder Skate werden als mögliche Umfelder genannt.
Die Idee dahinter: Werbung soll nicht wie ein klassischer Spot vor oder nach dem Spiel wirken, sondern möglichst nahtlos in die Spielwelt integriert werden. Bei einem Fußballspiel können dies digitale Banden, gesponserte Wiederholungen oder Trikots sein. In „The Sims” können es Kleidungsstücke, Möbel oder Accessoires sein. Beim College Football kann daraus sogar ein eigenes Team- oder Stadionkonzept entstehen.
Welche Werbeformen plant EA?
EA Advertising umfasst mehrere Bereiche. Besonders relevant sind:
- In-Game-Integrationen: Marken können direkt in Spielinhalte eingebunden werden. Dazu zählen gebrandete Challenges, besondere Belohnungen, Ultimate-Team-Inhalte, Vanity-Items, Trikots, Kleidungsstücke oder digitale Objekte.
- In-Game-Media: EA will auch klassische Werbeflächen im Spiel stärker vermarkten. Dazu gehören digitale Banden, Scoreboards, gesponserte Replays, Broadcast-Overlays oder Videoeinblendungen innerhalb einer sporttypischen Präsentation.
- Live-Events und Community-Aktionen: Marken sollen nicht nur im Spiel selbst sichtbar sein, sondern auch rund um Events, Creator-Kampagnen, soziale Medien und reale Fan-Erlebnisse.
- Messung und Targeting: EA will Werbekampagnen messbar machen. Dafür setzt das Unternehmen auf eigene Werbetechnik, ein proprietäres Ad-Server-System und ein SDK für die Frostbite-Engine. Außerdem sollen Impressionen nach Branchenstandards gemessen werden.
Warum gerade EA Sports im Mittelpunkt steht
Es ist wenig überraschend, dass EA vor allem bei Sportspielen ansetzt. Schließlich gehört Werbung im realen Sport auch zur Kulisse. Bandenwerbung, Sponsorenlogos, TV-Overlays und Markenpartnerschaften sind dort normal. Wenn solche Elemente in einem Fußball- oder Footballspiel auftauchen, wirkt das Spiel dadurch sogar realistischer.
Vermutlich ist genau das EAs stärkstes Argument: Werbung in einem virtuellen Stadion stört weniger als ein Pop-up in einem Rollenspiel.
Trotzdem gibt es einen entscheidenden Unterschied. Für viele dieser Spiele zahlen Spieler bereits den vollen Preis. Oft gibt es zusätzlich Mikrotransaktionen, Ultimate-Team-Mechaniken, Battle-Passes oder andere Monetarisierungsmodelle. Wenn nun auch noch mehr Werbung eingebaut wird, kann schnell der Eindruck entstehen, dass die Spieler mehrfach zur Kasse gebeten werden.
Erste Marken sind bereits dabei
EA nennt bereits mehrere Marken, die in verschiedenen Spielen oder Kampagnen integriert wurden. Dazu gehören beispielsweise Visa, Lowe’s, Red Bull, Xfinity, Peacock und Mountain Dew.
Beispiele zeigen, wohin die Reise geht: Red Bull war in EA Sports FC unter anderem mit gebrandeten Objectives, Team-Kits und Athleten-Kooperationen vertreten. Lowe’s wurde in EA Sports FC, Madden NFL und College Football über Ultimate-Team-Challenges und gebrandete Inhalte integriert. In EA Sports College Football 26 erhielt Mountain Dew sogar eine eigene spielbare Team-Erfahrung mit Stadion, Maskottchen und Belohnungssystem.
Dieser Artikel ist auch in englischer Sprache und spanischer Sprache verfügbar.

